Sagan ohne Strategie und mit „Glück des Tüchtigen“ bei WM-Lotterie in Bergen

Hat das Regenbogentrikot erneut verteidigt: Dreifach-Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) - Foto: © BORA-hansgrohe / Stiehl Photograph

Mit Glück und Verstand zum Hattrick: Sein dritter WM-Titel in Folge war für den alten und neuen Straßen-Weltmeister Peter Sagan keine Selbstverständlichkeit – und deswegen auch von besonderer Wertigkeit.

„Es ist ein besonderer Sieg für mich. Es gibt viele Rennen im Jahr, aber dieses ist speziell. Du brauchst Glück, es ist wie eine Lotterie“, sagte der 27-jährige Slowake, der im Vorfeld der Titelkämpfe im norwegischgen Bergen noch über Halsschmerzen und Fieber geklagt hatte, nach seinem dritten Erfolg nach Richmond (2015) und Doha (2016) .

„Hatte keine Strategie“

Das ganze Rennen über sah man Sagan quasi gar nicht, erst auf dem letzten der 276,5 Kilometern trat er in Erscheinung und drückte seine Rennmaschine mit hauchdünnem Vorsprung vor dem norwegischen Lokalmatador Alexander Kristoff über den Zielstrich. Geplant hatte Sagan dies so nicht unbedingt. „Meine Strategie? Ich hatte keine Strategie. Im Finale dachte ich, dass ich um Platz vier oder fünf fahre – ich dachte nicht, dass ich um den Titel fahre. Erst als wir Alaphilippe eingefangen hatten, realisierte ich es“, bekannte der Bora-hansgrohe-Profi.

Seinen Sieg widmente der werdende Vater neben seiner im achten Monat schwangeren Frau, auch dem im April diesen Jahres bei einem tragischen Trainingsunfall ums Leben gekommenen Michele Scarponi. „Er war immer lustig, immer positiv. Ich hatte eine gute Zeit mit ihm“, sagte Sagan über den Italiener, der einen Tag nach seinem Sieg seinen 38. Geburtstag gefeiert hätte.

Denk: „Glück des Tüchtigen“

So bleibt das Regenbogentrikot ein weiteres Jahr in Reihen der deutschen Bora-hansgrohe-Equipe. „Es war das Glück des Tüchtigen. Ich denke, wir haben in dieser Saison vieles richtiggemacht, auch Peter war oft in überragender Form. Aber wir hatten leider immer wieder im entscheidenden Moment Pech“, sagte Teamchef Ralph Denk und dachte dabei vor allem an die Tour de France, bei der Sagan nach der vierten Etappe ausgeschlossen wurde. „Dieser Augenblick heute wiegt alles wieder auf. Nun würde ich sagen, dass wir statt einem guten ersten Jahr in der WorldTour, ein herausragendes Jahr haben“, ergänzte Denk.

Foto: © BORA-hansgrohe / Stiehl Photograph

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