Blutprofile im Internet: Roman Kreuziger geht in die Offensive

roman_kreuziger_tinkoff_saxo_lb Roman Kreuziger geht gegen die ihn erhobenen Dopingvorwürfe in die Offensive: Auf seiner Webseite veröffentlichte der Tinkoff-Saxo-Profi Daten seines biologischen Passes zum Beweis seiner Unschuld.

„Ich bin niemals positiv auf Doping getestet worden. Dennoch lebe ich seit anderthalb Jahren in Unsicherheit, ob ich die Leidenschaft meines Lebens und meine Karriere weiter verfolgen kann“, erklärte der 28 Jahre alte Tscheche, im Jahr 2013 Gesamtfünfter der Tour de France 2013, dort in einem Statement.

Kreuziger wehrt sich: „Ich verurteile Doping“

„Ich verurteile Doping und Betrug im Sport. Deshalb sehe ich den biologischen Pass als exzellentes Mittel an. Aber es müssen klare Regeln für seine Anwendung geschaffen werden. Ansonsten ist der Pass nutzlos und kann dazu verwendet werden, jeden Fahrer auszuschließen“, fügte Kreuziger an.

Daten des Blutpasses von Roman Kreuziger auf dessen Webseite - Foto: http://kreuzigercase.cz/

Daten des Blutpasses von Roman Kreuziger auf dessen Webseite – Foto: http://kreuzigercase.cz/



Abweichungen aus Astana-Zeit

Der Radsport-Weltverband UCI hatte Kreuziger Anfang August wegen Unregelmäßigkeiten in seinem Blutprofil vorläufig suspendiert. Die zuvor stattfindende 101. Tour de France verpasste der Rundfahrt-Spezialist bereits wegen der im Raum stehenden Vorwürfe. Laut der UCI beziehen sich die Abweichungen Kreuzigers Blutwerte aus den Jahren 2011 und 2012. Damals stand der Tscheche beim kasachischen Astana-Rennstall unter Vertrag, der unlängst durch mehrere Dopingfälle innerhalb kürzester Zeit unrümlich auf sich aufmerksam machte.

Zusammenarbeit mit Ferrari

Gegenüber cyclingnews.com gestand Kreuziger während des Tinkoff-Saxo-Trainingslagers auf Gran Canaria in einem Interview ein, im Jahr 2007 mit dem umstrittenen und im Zuge der Ermittlungen gegen Lance Armstrong lebenslang gesperrten Arzt Michele Ferrari zusammengearbeitet zu haben. „Ich war jung und einige Leute sagten mir, mit ihm beim Training zusammen zu arbeiten. Wenn Du 20 bist und Leute raten dir zu ihm zu gehen, dann gehst Du“, sagte Kreuziger dem Internetportal. Er habe von Ferrari jedoch ausschließlich Trainingspläne erhalten.

UCI zieht vor den CAS

Im September war Kreuziger vom Olympischen Komitee seines Heimatlandes freigesprochen worden. Gegen den Freispruch wird der Weltverband jedoch Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen. Dies kündigte UCI-Präsident Brian Cookson am 22. Oktober am Rande der Tour-Streckenvorstellung in Paris an. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bekräftigte in einer UCI-Meldung dieses Vorhaben.

Foto: Laurent Brun / www.instants-cyclistes.fr / Lizenzbedingungen (CC BY-NC-SA 2.0)

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