Armstrong kapituliert und verliert alle Tour-Siege

Lance Armstrong hat im Rechtsstreit mit der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) kapituliert und muss alle sieben Tour-de-France-Siege zurückgeben.

„Es gibt einen Punkt, an den man sagen muss: Genug ist genug“, teilte der 40-jährige US-Amerikaner in einem Statement am Donnerstagabend mit. Der siebenmalige-Tour-Sieger verzichtet in dem Verfahren auf die anstehende Anhörung, was einem Schuldeingeständnis gleichkommt. USADA-Chef Travis Tygart kündigte indes an, Armstrong mit einer lebenslangen Sperre zu belegen sowie diesem alle sieben Tour-Siege abzuerkennen.

„Weigere mich, einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen“

„Ich weigere mich, in einem einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen. Ich habe mich mit Betrugsvorwürfen seit 1999 herumschlagen müssen“, so Armstrong weiter. Der Texaner scheiterte kürzlich mit einer Klage gegen die USADA und musste einen öffentlichen Dopingprozess fürchten. Ein Gericht in seiner Heimatstadt Austin hatte die USADA-Ermittlungen gegen Armstrong am Montag für rechtens erklärt.

Die USADA hatte Mitte Juni in einem 15-seitigen Brief Anklage gegen Armstrong, dessen langjährigen Teamchef Johan Bruyneel sowie die Sportmediziner Dr. Pedro Celaye, Dr. Luis Garcia del Moral, Dr. Michele Ferrari, und Jose „Pepe“ Marti erhoben. Sie alle sollen an systematischem Doping in den ehemaligen Armstrong-Rennställen US-Postal (1996-2004), Discovery Channel (2005-2007), Astana (2009) und RadioShack (2010) beteiligt gewesen sein.

Die Beweise beruhen mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Ermittlungen, welche die staatlichen US-Behörden unter Vorsitz von Sonderfahnder Jeff Novitzky zuvor in zwei Jahren zusammengetragen hatten. Das Verfahren wurde Anfang Februar ohne Angabe von Gründen eingestellt.

Armstrong selber hatte Doping stets abgestritten – trotz teilweise schwerwiegender Indizien. Im Jahr 2005 veröffentlichte die französische Sporttageszeitung L’Equipe die Ergebnisse der nachträglich untersuchten Proben des siebenmaligen Tour-Siegers – Befund: Spuren des Blutdopingmittels EPO. Bei der Entnahme 1999 gab es noch keinen zuverlässigen Test auf EPO, was eine sportjuristische Verurteilung Armstrongs damals noch vereitelte.

Foto: Sjar Adona

Das komplette Statement von Lance Armstrong

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