Brüche bei Porte nach Horrorsturz am Mont du Chat

Brach sich bei seinem schweren Sturz das Schlüsselbein und die Hüfte: Richie Porte (BMC) - Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

Gesamtsiegesanwärter Richi Porte (BMC) hat sich bei seinem schweren Sturz auf der 9. Etappe der 104. Tour de France einen rechtsseitigen Becken- sowie einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Der Australier war nicht das einzige Opfer der turbulenten Königsetappe durch das Juragebirge.

Die Diagnose Portes teilte BMC-Teamarzt Max Testa am Sonntagabend nach der Königsetappe in einer Pressemeldung des US-Rennstalls mit. Eine Operation des 32 Jahre alten Australiers sei vorerst jedoch nicht notwenig. Laut Testa muss Porte mit einer vier- bis sechswöchigen Pause rechnen – Anfang August könnte der Tasmane langsam wieder mit dem Aufbauprogramm beginnen.

Vier bis sechs Wochen Pause

Nach ersten Untersuchungen im Krankenhaus in Chambéry war zuerst von einer Gehirnerschütterung ohne neurologische Auswirkungen sowie einer Beckenprellung Portes ausgegangen worden. Letztlich waren die Verletzungen doch etwas schwerer als angenommen. Porte war bei der Abfahrt vom Mont du Chat im Juragebirge bei einer Geschwindigkeit von mehr als 70 km/h gestürzt, überschlug sich und wurde hart in die steinige Felswand auf der rechten Seite der Straße geschleudert.

„Er war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Ich war ein kleines Stück hinter ihm. Ich habe nach ihm geschaut. Er hatte Schmerzen in der Schulter. Das wichtigste ist, dass er bei Bewusstsein war. Er fragte nach seinem Helm und seiner Brille, das ist alles was ich sagen kann“, erklärte BMC-Teammanager Fabio Baldato und ergänzte: “ Wir haben den Mont du Chat im Vorfeld vier Mal abgefahren, im Training und im Rennen. Wir wussten, dass es eine gefährliche Abfahrt ist“

Martin kritisiert Tour-Organisatoren

Bei dem Sturz riss Porte auch den hinter ihm fahrenden Daniel Martin (Quick-Step Floors) mit zu Boden, der die Etappe aber fortsetzen, und mit 1:15 Minuten Rückstand auf den kolumbianischen Tagessieger Rigoberto Uran (Cannondale-Drapac) auf Platz neun beenden konnte. „Ich denke, die Organisatoren haben bekommen, was sie wollten“, kritisierte Martin nach der Etappe die Tour-Organisatoren wegen der Streckenführung.

Feld nach 9. Etappe stark ausgedünnt

Bereits auf der Abfahrt vom Col de Bich endete die Frankreich-Rundfahrt 2017 für Auftaktsieger und bis dato Gesamtzweiten Geraint Thomas (Sky). Der 31-jährige Waliser zog sich bei dem Sturz einen Bruch des Schlüsselbeins zu und bricht damit Titelverteidiger und Rundfahrt-Leader Christopher Froome als wichtiger Helfer weg. Auch der Italiener Manuele Mori (UAE Team Emirates) sowie die beiden Niederländer Robert Gesink und Jos van Emden (beide Lotto NL-Jumbo) mussten das Rennen wegen Stürzen aufgeben.

Weiterfahrt von Majka ungewiss

Ob Bora-hansgrohe-Kapitän Rafal Majka, der wie Thomas auf der Abfahrt vom Col de Bich zu Fall kam, das Rennen fortsetzen kann, entscheidet sich erst nach weiteren Untersuchungen am Ruhetag am Montag. Der 27-jährige Pole erreichte an der Seite seines Landsmanns Michal Kwiatkowski (Sky) mit mehr als 36 Minuten Rückstand das Tagesziel und wurde anschließend zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus von Chambéry gebracht.

Zudem mussten mit Matteo Trentin (Quick-Step Floors), Juraj Sagan (Bora-hansgrohe), Mickael Delage, Arnaud Démare, Jacopo Guarnieri und Ignatas Konovalovas (alle FDJ) sowie Mark Renshaw (Dimension Data) sieben weitere Profis das Rennen vor dem ersten Ruhetag beenden, weil sie das Zeitlimit überschritten hatten.

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

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