Leid und Freud Katusha-Alpecin: Demol kritisiert Kittel – Politt überzeugt in Flandern

Bis dato einziger Sieg 2019: Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) feiert seinen Erfolg bei der Trofeo Palma - Foto: Clara Margais

Nach einem verheißungsvollen Saisonstart bei der Mallorca-Challenge befindet sich Topsprinter Marcel Kittel in einer neuerlichen Formkrise. Die Sportliche Leitung seines Teams Katusha-Alpecins bittet zum Rapport. Indes sorgt Nils Politt für Topergebnisse bei den Klassikern.

Vor allem Sportdirektor Dirk Demol ging mit dem 14-fachen Tour-de-France-Etappensieger, der bereits im Vorjahr lediglich zwei Rennen gewinnen konnte, hart ins Gericht. „Es kann so nicht weitergehen. Marcel ist und bleibt ein Rennfahrer, aber im Moment ist er einfach nicht gut genug“, sagte Demol der Tageszeitung Het Nieuwsblad nach dem 107. Scheldeprijs. Das belgische Eintagesrennen, das Kittel bereits fünfmal gewinnen konnte, hatte der 30 Jahre alte Arnstädter als 99. mit 4:36 Minuten Rückstand auf den niederländischen Sieger Fabio Jakobsen (Deceuninck-QuickStep) beendet.

„Lassen ihn nicht fallen“

Ehe er wieder an Rennen denken kann, müssen wir ihn zurück in die Spur bringen. Wir dürfen nicht weiter nach Ausreden suchen, wir müssen dringend reden“, legte Demol nach und will mit Kittel eine „Krisentreffen“ einberufen. Ob der Start bei der Tour de France für Kittel in seinem zweiten Jahr bei Katusha-Alpecin in Gefahr sein, wollte Demol nicht vorhersagen – und mahnte zur Gelassenheit: „Panik ist ein schlechter Ratgeber. Wir lassen ihn nicht fallen“, erklärte der 59 Jahre alte Belgier gegenüber Wielerflits.nl.

Kittel reagierte indes reichlich angesäuert und twitterte: „Es ist immer einfach, auf einen am Boden liegenden Mann einzuhauen. Ich mache eine schwierige Phase durch und bin jedem dankbar, der mich unterstützt. All jenen, die gerade Schlagzeilen auf meine Kosten machen: Genießt eure Minute Ruhm.“ Wenn der Wahlschweizer damit meinte, offenbarte Kittel nicht.

Politt ganz stark in Flandern

Für postitive Schlagzeilen bei Katusha-Alpecin sorgt bei den Frühjahrsklassikern indes Nils Politt. Nach Platz sechs bei E3 Harelbeke sorgte der 25 Jahre alte Kölner mit seinem fünften Platz bei der 103. Flandern-Rundfahrt für seine bis dato beste Platzierung bei einem Klassiker. „Monument, nächstes Top-10-Ergebnis – es ist einfach unglaublich“, bilanzierte Politt anschließend glücklich nach den 270 Kilometern im Zielort Oudenaarde, wo sich völlig überraschend der Italiener Alberto Bettiol (EF Education First) nach einem erfolgreichen Ausreißversuch für seinen ersten Profisieg feiern lassen durfte.

Nils Politt freut sich in Oudenaarde über seinen fünften Platz bei der 103. Flandern-Rundfahrt - Foto: Christoph Sicars

Nils Politt freut sich in Oudenaarde über seinen fünften Platz bei der 103. Flandern-Rundfahrt – Foto: Christoph Sicars

Paris-Roubaix schaut Politt mit entspannter Vorfreude und Gelassenheit entgegen und meinte: „Ich werde mein Bestes geben und schaue, was dabei rumkommt. Die Motivation von hier nehme ich auf alle Fälle mit.“ Das dritte Radsport-Monument des Jahres beendete der lange Schlacks aus dem Rheinland im vergangenen Jahr auf Platz sieben. Trotz der momentanen Formkrise glaubt Politt weiter an eine Rückkehr von Kittel in die Erfolgsspur. „Ich bin überzeugt davon, dass er noch große Rennen gewinnen kann“, sagte er.

Foto Kittel: Clara Margais

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