Bruyneel und Armstrong wehren sich

RadioShack-Nissan-Teamchef Johan Bruyneel hat alle durch die durch US-amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) erhobenen Vorwürfe Dopingvorwürfe zurückgewiesen.

„Ich bin bestürzt darüber, dass wieder Dopinganschuldigungen gegen mich erhoben werden. Ich habe noch nie an irgendwelchen Doping-Aktivitäten teilgenommen und bin in allen Punkten unschuldig“, teilte der 47 Jahre alte Belgier in einer offiziellen Stellungnahme auf seiner Webseite mit. Er werde in „vollem Umfang im Rahmen der Untersuchungen kooperieren“, so der langjährige Mentor von Tour-de-France-Rekordsieger Lance Armstrong weiter.

Rennstall steht (noch) hinter Bruyneel

Seitens seines luxemburgischen RadioShack-Nissan-Team muss der Ex-Profi, zumindest vorerst, keine Konsequenzen fürchten. „Nach einer ersten Überprüfung der Dokumente stellte die Leopard SA fest, dass sich die Ermittlungen nicht auf aktuelle Fahrer oder gegenwärtige Aktivitäten von Herrn Bruyneel beziehen. Die Fakten beziehen sich allesamt auf Ereignisse, die vor dem Beginn der Zusammenarbeit zwischen Leopard SA und Bruyneel stattfanden“, teilte der Rennstall in einer Pressemeldung am Freitag mit.

Jedoch behält sich Teameigner-Unternehmen Leopard SA vor, je nach Entwicklung der Ermittlungen zu reagieren. „Leopard ist mit der festen Verpflichtung der Null-Doping-Politik in den Radsport gekommen. In diesem Zusammenhang und in Anbetracht der weiteren Entwicklung des Falls wird Leopard alle geeigneten Maßnahmen treffen, um die sportliche Integrität im Interesse des Radsports zu garantieren“, so der Rennstall weiter. Bruyneel wird vorgeworfen, jahrelang systematisches Doping mit EPO, Testosteron, Bluttransfusionen sowie andere Substanzen in den Rennställen US-Postal, Discovery Channel, Astana und RadioShack verordnet und gefördet zu haben. Für den Fall einer Verurteilung droht dem 47-jährigem Belgier ein lebenslanges Berufsverbot.

Auch Armstrong wehrt sich

Indes kündigte Armstrong, dem die USADA jahreslanges Doping unter anderem mit EPO, Testosteron, Wachstumshormonen und Bluttransfusionen vorwirft, rechtliche Schritte gegen die Doping-Behörden in seiner Heimat an. Der 40-jährige Texaner unterstellt der USADA mangelnde Transparenz, da die Organisation die Veröffentlichung von Namen der Zeugen zu diesem Zeitpunkt der Untersuchungen ablehnt, um diese vor dem Versuch der Einflussnahme zu schützen. „Wir können die Rechte von Herrn Armstrong nicht schützen, wenn wir nicht wissen, wer was gesagt hat und welche vermeintlichen Ereignisse über die Dauer von eineinhalb Jahrzehnten vorgefallen sind“, teilte Armstrongs Anwalt Robert Luskin der USADA in einem Brief mit.

Neben Armstrong und Bruynell ermittelt die USADA auch gegen die Ärzte Pedro Celaye, Luis Garcia del Moral und Michele Ferrari sowie den ehmaligen Teamcoach Pepe Marti.

Foto: Dave Storm

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