„King of the Lake“ 2017: Rekorde und viele strahlende Gesichter am Attersee

Neuer Rekordhalter beim "King of the Lake": Sunweb-Profi Georg Preidler - Foto: © Tana Hell

Königswetter, ein neuer Streckenrekord, Ausbau einer Vormachtstellung und viele zufriedene Gesichter: Die 7. Auflage des „King of the Lake“ rund um den Attersee im oberösterreichischen Salzkammergut war sowohl für die anwesenden Profis, als auch die wacker kämpfenden Jedermänner und -frauen sowie für die zahlreichen Zuschauer ein Radsportfest kurz vor dem Saisonausklang.

1200 Radsportler/-innen aus mehr als zehn Nationen, darunter Sunweb-Profi Georg Preidler, Race-Across-America-Gewinner Christoph Strasser, erstmals auch die österreichische Rad-Bundesliga, ein Jedermann-Teilnehmer aus Russland und zwei eigens mit dem Auto angereisten Briten, hatte Organisator-Chef Erwin Mayer vom Veranstalterverein Atterbiker zum letzten September-Tag des Jahres an den Attersee locken können. Zum dritten Mal seit der Austragung im Jahr 2015 durften sich alle Anwesenden des in Europa in dieser Form einzigartigen Einzel- und Mannschaftszeitfahrens erneut über eine komplett gesperrte Uferstraße und somit autofreie 47,2 Kilometer im Kampf gegen die Uhr freuen. Pünktlich zum Startschuss um 13 Uhr hatte sich dann auch das letzte Wölkchen des am Morgen noch vollends behangenen Himmels verzogen und die Sonne kam in voller Septemberkraft über dem See zum Vorschein und sorgte für Königswetter für Sportler und Zuschauer.

König des Attersees 2017: Johannes Hirschbichler - Foto: © Sportograf

König des Attersees 2017: Johannes Hirschbichler – Foto: © Sportograf

Hirschbichler zum Ersten – Schütz zum Vierten

Bei diesen optimalen Bedingungen legte Johannes Hirschbichler mit 58:45,84 Minuten eine beeindruckende Zeit auf den Asphalt und durfte sich bei der anschließenden Siegerehrung mit der Krone für den „King of the Lake“ auszeichnen lassen. Zweiter wurde mit einer Zeit von 1:00:39,08 Tommaso Donei, gefolgt vom vierfachen Race-Across-America- Sieger Christoph Strasser (1:01:11,11), der sich am Attersee den Feinschliff für seinen 24-Stunden-Bahn-Weltrekordversuch in zwei Wochen (14. Oktober) im schweizerischen Grenschen holte. „Das war echt eine super Veranstaltung! Der ‚King of the Lake‘ ist mitunter das beste Zeitfahren, das ich kenne! Die Bedingungen waren heute ideal und ich bin super happy – ‚King of the Lake‘ ist ein Titel, den sich jeder wünscht und ich habe das ganze Jahr auf dieses Rennen hintrainiert“, bilanzierte ein strahlender Hirschbichler.

Holte sich am Attersee den Feinschliff für seine 24-Stunden-Bahn-Weltrekordversuch: Christoph Strasser -

Holte sich am Attersee den Feinschliff für seine 24-Stunden-Bahn-Weltrekordversuch: Christoph Strasser – Foto: © Tana Hell / Instagram: @bytanahell

Während Hirschbichler erstmals auf dem Thron im prall gefüllten Festzelt in Seewalchen Platz nehmen durfte, nahm bei den Frauen ein altbekanntes Gesicht die Krone für die „Queen of the Lake“ entgegen. Wie bereits in den Jahren 2016, 2015 und 2014 führte auch in diesem Jahr kein Weg an Adelheid Schütz vorbei. Zweieinhalb Wochen nach ihrem Triumph bei der Amateur-WM im französischen Albi setzte sich die 43 Jahre alte Fakultäts-Assistentin von der Universität Bayreuth mit einer Zeit von 1:08:30,41 Stunden vor den beiden Österreicherinnen Astrid Magnet (1:09:20,35) und Barbara Mayer (1:09:23,53) souverän durch.

Seriensiegerin Schütz: „Besonderes Flair“

„Ich finde das Rennen hier ganz toll. Vor allem die abgesperrte Strecke ist perfekt. Mir hat auch geholfen, dass so viele Zuschauer entlang der Strecke waren und mich Richtung Ziel gepusht haben“, sagte Schütz nach ihrem vierten „KotL“-Sieg in Folge. „Und die wunderschöne Kulisse hier am Attersee trägt noch einmal zu dem besonderen Flair des Rennens bei“, schob die für den VC Corona Weiden startende Seriensiegerin mit einem breiten Lächeln nach.

Zum vierten Mal nacheinander "Queen of the Lake": Amateur-Weltmeisterin Adelheid Schütz - Foto: © Tana Hell / Instagram: @bytanahell

Zum vierten Mal nacheinander „Queen of the Lake“: Amateur-Weltmeisterin Adelheid Schütz – Foto: © Tana Hell / Instagram: @bytanahell

Preidler knackt Zoidls Streckenrekord

Dem Lob von Schütz schloss sich auch der Top-Star des diesjährigen Rennens – der für das deutsche WorldTour-Team Sunweb fahrende Österreicher Georg Preidler, an. „Das war ein Wahnsinns-Event, alleine die Atmosphäre und die Stimmung hier sind einzigartig. Ich komme nächstes Jahr sicher wieder“, sagte der 27-Jährige, der das Elite-Rennen in einer Zeit von 55:57,97 Minuten souverän für sich entschied und den letztjährigen Streckenrekord vom damaligen Trek-Segafredo-Profi Riccardo Zoidl (57:04,97) um mehr als eine Minute unterbot. Auch im nächsten Jahr will der amtierende Zeitfahrmeister Österreichs wieder am Attersee von der Rampe rollen – dann im Trikot der französischen FDJ-Equipe, wo Preidler ab der kommenden Saison unter Vertrag steht.

Erstmals den Weg ins Salzkammergut fanden auch die Teams der österreichischen Rad-Bundesliga. Den kollektiven Kampf gegen die Uhr gewann bei dieser Premiere das Hrinkow Advarics Cycleang Team mit einer Zeit von 54:56,78 Minuten vor den Favoriten vom Team Amplatz-BMC in einem Hundertstel-Krimi. Beim Mannschaftszeitfahren der Amateure siegte indes das Bernhard Kohl Racing Team in einer Zeit von 1:02:47,03 Stunden.

Mayer: „War ein voller Erfolg“

Für eine sichere Fahrt der Teilnehmer sorgten neben dem Atterbiker-Organisationsteam mit Mayer an der Spitze auch in diesem Jahr ein Großaufgebot von rund 150 Einsatzkräften aus Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz und 20 Motorrad-Marshalls. So gab es bis auf ein paar kleinere Stürze keine größeren Zwischenfälle – zur großen Erleichterung von Mayer. „Der ‚King of the Lake‘ 2017 war wieder ein voller Erfolg! Die Erneuerung mit der Teilnahme der Rad-Bundesliga war eine zusätzliche Aufwertung des Events. Georg Preidlers Zeit war phänomenal, aber auch die Zeiten der Amateure waren wirklich sensationell“, resümierte der Veranstalter-Chef entsprechend zufrieden.

Trotz hoher Nachfrage keine Ausweitung geplant

Traurige Gesichter gab es nur in der Anmeldephase. Bereits früh war das Rennen komplett ausgebucht, knapp 350 „KotL“-Willige musste Mayer mit einem Platz auf der Warteliste vertrösten. Eine Ausweitung des Starterfeldes ist trotz der hohen Nachfrage nicht geplant. „Ich denke, dass wir so das perfekte Format haben“, betonte Mayer. Glück hatte indes Roland Eberhardt aus Neckarsulm, der einen der begehrten Plätze beim Gewinnspiel von radsportkompakt.de einstrich, dies kurzerhand zu einem Familienausflug nutzte – und es nicht im Ansatz bereute.

Gewinner des radsportkompakt.de-Startplatzes: Ronald Eberhardt - Foto: © Tana Hell tana-hell.com / Instagram: @bytanahell

Gewinner des radsportkompakt.de-Startplatzes: Ronald Eberhardt aus Neckarsulm- Foto: © Tana Hell / Instagram: @bytanahell

Einmalige Kulisse, super Stimmung, geiles Rennen mit einem Top-Teilnehmerfeld. Durch die Straßensperre kam richtiges Profifeeling auf und man konnte sich richtig auspowern“, sagte der 36-Jährige hochzufrieden und versprach: „Trotz der längeren Anreise werden wir nächstes Jahr auf alle Fälle wieder beim ‚KotL‘ dabei sein – es lohnt sich allemal.“ Diese Meinung hatte Eberhardt, der den Kurs in 1:14:31,66 Stunden abspulte, nach einem herrlichen Tag am Attersee gewiss nicht exklusiv.

Fotos (Preidler, Strasser, Schütz, Eberhardt): © Tana Hell / Instagram: @bytanahell

Foto Hirschbichler: © Sportograf

Bilder vom King of the Lake stehen bei einem internationalen Fotowettbewerb zur Wahl -> http://bit.ly/2fYM6jM

Das Highlight-Video zum „King of the Lake“ 2017:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*