Überraschende Abwahl: Lappartient löst Cookson als UCI-Präsident ab

Vorgänger und Nachfolger: Der scheidende UCI-Präsident Brian Cookson (li.) und der neue Amtsinhaber David Lappartient - Foto: SWpix / UCI

Überraschender Führungswechsel: David Lappartient ist zum neuen Präsidenten des Radsport-Weltverbandes UCI gewählt worden und löst damit nach nur vier Jahren Brian Cookson ab.

Der 44 Jahre alte Franzose Lappartient setzte sich bei der Wahl am Rande der Straßen-WM im norwegischen Bergen überraschend deutlich mit 37 von insgesamt 46 Stimmen gegen den 66-jährigen Briten Cookson durch.

Lappartient: „Eine große Verantwortung“

„Es ist eine große Verantwortung, und ich werde mich in den nächsten vier Jahren meiner Präsidentschaft bemühen, mich dieses Vertrauens als würdig zu erweisen“, sagte Lappartient, der bisher Chef des europäischen Radsportverbands (UEC) war, gegenüber den Delegierten. Lappartient ist der erste Franzose im Amt seit Achille Joinard (1947 bis 1957).

„Ich hatte erwartet, zu gewinnen. Aber so ist das Leben, so ist die Politik. Das Leben geht weiter. Ich bin stolz auf das, was ich im Lauf der vergangenen vier Jahre erreicht habe und ich gehe erhobenen Hauptes“, sagte indes Cookson gegenüber cyclingnews.com.

Der scheidende Amtsinhaber hatte im September 2013 den Iren Pat McQuaid an der Verbandsspitze abgelöst. McQuaid wurde Korruption und Verstrickungen in die Doping-Affäre um den ehemaligen Tour-de-France-Rekordsieger Lance Armstrong nachgesagt. „Ich möchte Brian Cookson für seine Arbeit in den vergangenen vier Jahren gratulieren. Ich weiß, wie leidenschaftlich er für unseren Sport lebt und kann seine Enttäuschung nachvollziehen“, erklärte Lappartient in einer UCI-Mitteilung.

Fahrerfeld-Kritik an Cookson

Cookson konnte den Verband wieder in etwas ruhigere Fahrwässer führen, sorgte aber vor allem im Zuge der WorldTour-Reform immer wieder für große Verwirrung und Ärger. „Die WorldTour und die Rankings sind ein Chaos. Keiner blickt durch, welche Punkte man für welchen Wettkampf bekommt. Keiner hat auch wirklich ein Interesse daran, sich damit zu beschäftigen“, monierte vor kurzem zum Beispiel der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Katusha-Alpecin).

Auch das Thema Sicherheit bei den Rennen sorgte im Fahrerfeld für Unruhe und Kritik. „Die UCI ist teilweise auch taub, was die Bedürfnisse der Fahrer angeht. Man sieht das ja beim Thema Fahrersicherheit, wo sich relativ wenig getan hat. Ich denke, es entscheiden andere Kriterien als die Meinung der Fahrer“, sagte Martin am Rande der WM 2016 in Katar.

Foto: SWpix / UCI

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