Boom gewinnt Schlammschlacht – Nibali baut Vorsprung aus

Lars Boome (Belkin)Würdiger Sieger einer denkwürdigen nordfranzösischen Schlamm- und Regenschlacht: Lars Boom (Belkin) hat die 5. Etappe der 101. Tour de France gewonnen – für den Gesamtsieger des Vorjahres ist das Rennen beendet.

Der 28 Jahre alte Niederländer Boom setzte sich nach 153 Kilometer im strömenden Regen von Ypern nach Arenberg Porte du Hainaut als Solist durch. Das Astana-Duo Jakob Fuglsang und Vincenzo Nibali belegten 19 Sekunden dahinter die Plätze zwei und drei. Die nächste Verfolgergruppe führte 61 Sekunden nach Booms Zieldurchfahrt der Slowake Peter Sagan (Cannondale) vor dem Schweizer Fabian Cancellara (Trek) und dem Belgier Jens Keukeleire (Orica-Greenedge) ins Tagesziel. Bester Deutscher wurde Tony Martin (Omega Pharma-Quick Step) mit 2:02 Minuten Rückstand auf Boom als 17. Gemeinsam mit dem Tschopauer Markus Burghardt (BMC) war der Cottbuser lange Teil einer Spitzengruppe.

Für Boom wird ein Traum wahr

„Es ist ein Traum eine Etappe bei einer Tour de France zu gewinnen, vor allem so eine wie diese auf Kopfsteinpflaster“, kommentierte Boom den größten Erfolg seiner Laufbahn im Anschluss. „Jahrelang habe ich von einem regnerischen Paris-Roubaix geträumt, und mein Traum geht bei der Tour de France in Erfüllung.“ Der mehrfache Cross-Weltmeister konnte sich auf dem letzten der sieben Pavé-Abschnitte von seinen Fluchtgefährten Nibali und Fuglsang absetzen und allein den Zielstrich in Arenberg überqueren. „Und ausgerechnet auf den Tag genau neun Jahre nach dem letzten Sieg eines Niederländers bei der Tour. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, meinte Boom. Am 9. Juli 2005 gewann Booms Landsmann Pieter Weening in Gerardmer hauchdünn vor dem Sachsen Andreas Klöden damals die 8. Etappe.

Nibali baut Vorsprung auf Contador aus

Nibali verteidigte somit auch auf dem Ritt über 13 Kilometer Kopfsteinpflaster sein Gelbes Trikot des Gesamtführenden und meinte im Anschluss: „Das war ein unglaublicher Tag heute. Ich habe es geschafft, immer in einer guten Position zu bleiben, auch in den Kopfsteinpflaster-Passagen. Wir hatten eine gute Taktik und das Team war unglaublich stark.“ Mit zwei Sekunden führt der Italiener nun vor seinem dänischen Teamkollegen Fuglsang. Sagan rangiert mit 44 Sekunden Rückstand auf Nibali auf Platz drei, der zudem 2:30 Minuten auf den Spanier Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) gutmachte.

Tour-Aus für Froome

Nicht mehr in den Kampf um den Gesamtsieg eingreifen wird Titelverteidiger Christopher Froome (Sky), der nach zwei Stürzen während der Etappe nach knapp 80 Kilometer das Rennen beendete. Bereits am Vortag war der 29 Jahre alte Brite in einen Sturz verwickelt und hatte sich dabei eine Handgelenksprellung zugezogen. Auch die deutsche Sprintergarde John Degenkolb, Marcel Kittel (beide Giant-Shimano), André Greipel (Lotto-Belisol) sowie Zeitfahr-Weltmeister Martin zählten zu den zahlreichen Sturzopfern. Degenkolb zog sich dabei einen Muskel-Riss im Po zu, kann die Frankreich-Rundfahrt aber fortsetzen.

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

Webseite des Rennens: www.letour.fr

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