Armstrong beschreibt Sperre als „Todesstrafe“

Auch im zweiten Teil seiner Dopingbeichte bei der US-Talkmasterin Oprah Winfrey hat Lance Armstrong keine Hintermänner oder Verbündeten genannt. Stattdessen fühlt sich er sich ungerecht behandelt.

Der 41 Jahre alte Texaner legte in dem in der Nacht zum Samstag ausgestrahlten Gespräch viel mehr seine Gefühlswelt offen und bezeichnete seine lebenslange Strafe als nicht gerechtfertigt: „Ich habe sicherlich Strafe verdient. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es die Todesstrafe sein muss.“

„Ich habe alle zukünftigen Einnahmen verloren, als meine Sponsoren gegangen sind – ich denke nicht gerne darüber nach, aber das war ein 75 Millionen-Dollar-Tag“, beschrieb Armstrong zudem den Tag, als seine Sponsoren nach Bekanntwerden des Ermittlungsberichts der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) von ihm abrückten.

Als emotionalsten Augenblick beschrieb Armstrong den Moment, als er seinen Kindern die Wahrheit über seine auf Lug und Trug aufgebaute Karriere sagen musste. „Ich habe gesehen, wie mein Sohn mich verteidigt hat, dass er gesagt hat, es ist nicht wahr, was ihr über meinen Vater sagt. Und dann habe ich ihm gesagt: Du sollst wissen, es stimmt. Verteidige mich nicht mehr“, sagte der Texaner.

Auch bei seinen früheren US-Postal-Teamkollegen Floyd Landis, Tyler Hamilton und Frankie Andreu, die Armstrong mit ihren Aussagen schwer belastet hatten und letztlich für seine Demaskierung sorgten, entschuldigte er sich.

„Demütigend“ nannte Armstrong zudem den Augenblick, als er die von ihm ins Leben gerufene Krebs-Stiftung „Livestrong“ verlassen musste. „Irgendwie habe ich damit gerechnet, es war ja alles außer Kontrolle, mein schlimmster Albtraum“, erklärte er. „Aber dass er seine Stiftung verlieren werde, habe er nicht gedacht. „Sie ist wie ein sechstes Kind für mich – dort wegzugehen, das war eine große Sache.“

Foto: Sjar Adona

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