Jaksche: „Livingston sollte Telekom Auskunft über US-Postal-Dopingprogramm geben“

Mit Jörg Jaksche wurde auch ein deutscher Radprofi im Zuge der Ermittlungen gegen Lance Armstrong und den US Postal-Rennstall von der US-Anti-Doping-Agentur USADA befragt. Der Weltverband UCI interessierte sich für dessen Aussagen nicht.

Dies geht aus dem 202 Seiten umfassendenen Dokument hervor, das die Behörde am Mittwochabend auf einer Extra-Seite im Internet veröffentlichte. Der 36-jährige Jaksche zählte zu insgesamt 14 Radprofis, die im Zuge der Ermittlungen befragt wurden. Der gebürtige Franke gab am 5. Oktober in seiner österreichischen Wahlheimat Hopfgarten im Brixental der USADA Auskunft.

„Nachdem ich das Team Telekom (später Team T-Mobile) verlassen hatte, verpflichtete das Team den US Postal-Profi Kevin Livingston (2001)“, berichtete der Ex-Profi und geständige Dopingsünder in dem neunseitigen USADA-Protokoll. Durch Livingston wollte die Rennleitung des ehemaligen Ullrich-Rennstalls Einblicke in das Dopingsystem bei Konkurrent US Postal gewinnen. Livingston berichtete laut Jaksche, dass US Postal bereits 2000 mit Blut-Transfusionen arbeitete – zu dem Zeitpunkt ein Novum. Von ehemaligen Telekom-Teamkollegen habe Jaksche die Informationen bekommen.

UCI im Zwielicht

Jaksche legte im Jahr 2007 ein umfassendes Dopinggeständnis ab. Darin berichtete er detalliert über Dopingpraktiken in den Mannschaften, bei denen er unter Vertrag stand. Dem Weltverband UCI war dieses Geständnis eher ein Dorn im Auge. „Pat McQuaid sagte mir, dass er es lieber gehabt hätte, wenn ich mit bestimmten Dingen anders umgegangen wäre“, erklärte Jaksche gegenüber der USADA. Nach seinem Geständnis habe er von der UCI nichts mehr gehört.

Foto: Maria Orth / flickr

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