Hincapie, Barry, Vande Velde & Co. gestehen Doping

Die ehemaligen Armstrong-Teamkollegen und US-Postal-Profis George Hincapie und Michael Barry haben kurz nach der Urteilsbegründung der US-Anti-Doping-Agentur USADA Doping gestanden – weitere Fahrer folgten ihnen.

„Mir wurde früh klar, dass es unmöglich war, mit den Besten mitzuhalten, ohne Dopingmittel einzunehmen“, erklärte der 39 Jahre alte US-Amerikaner Hincapie in einer Stellungnahme auf seiner Webseite. Zugleich betonte Hincapie, dass er seit dem Jahr 2006 absolut sauber gefahren sei und sich in den letzten Jahren verstärkt für den Anti-Doping-Kampf engagiert habe. Weiter meinte der gebürtige New Yorker: „Wegen meiner Liebe zu diesem Sport fällt es mir unheimlich schwer, zugeben zu müssen, dass ich während eines Teils meiner Karriere verbotene Substanzen eingenommen habe.“

Hincapie begleitete Armstrong bei all seinen sieben Tour-Siegen (1999-2005) und gilt als einer der engsten Freunde des 41-jährigen Texaners. Der Tour-de-France-Rekordteilnehmer (17 Teilnahmen) hatte bereits Mitte Juni seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt – eine Sperre wäre somit für ihn bedeutungslos. Zuletzt stand der Klassikerspezialist beim US-Team BMC Racing unter Vertrag.

Auch Barry gesteht

Mit dem Kanadier Michael Barry gestand kurz nach der Urteilsbgründung der USADA ein weiterer Belastungszeuge und Ex-Armstrong-Teamgefährte Doping. „Radsport war immer Teil meines Lebens. Als Junge träumte ich davon, Radprofi zu werden. Ich erreichte mein Ziel, als ich meinen Vertrag bei US Postal im Jahr 2002 unterschrieb. Kurz danach merkte ich, dass die Realität nicht das war, wovon ich träumte. Doping war ein flächendeckendes Problem im Profi-Radsport“, teilte der ebenfalls im September zurückgetretene Barry auf seiner Webseite mit. Auch der der 36-jährige Kandadier stoppte Doping nach eigenen Angaben im Jahr 2006, nachdem er sich dem deutschen T-Mobile-Rennstall anschloß.

Vande Velde, Zabriskie, Danilson und Leipheimer ziehen nach

Wenige Stunden nach den Statements der beiden zurückgetretenen Hincapie und Barry gaben auch die noch aktiven Christian Vande Velde, David Zabriskie und Tom Danilson (alle Garmin-Sharp) sowie Levi Leipheimer (Omega Pharma-Quick Step) Erlärungen ab, in denen sie Doping zugaben. „Mach mit oder geh nach Hause“, beschreibt der ehemalige Gerolsteiner-Profi Leipheimer eindrucksvoll die Doping-Mentalität, die in den 1999er und 2000er Jahren im Peloton geherrscht habe.

Alle vier wurden nach USADA-Angaben gesperrt – die Dauer ist noch nicht bekannt. Sie dürfte aufgrund der Kronzeugenregelung jedoch gering ausfallen.

Foto & Lizenzbedingungen: Laurie Beylier

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