Jens Zemkes Paris-Nizza-Tagebuch: Zufrieden weiter nach Belgien

Jens Zemke vom Team Bora-hansgroheSpannung bis zum Schluss: Irgendwie war abzusehen, dass es wieder eine erbitterte Jagd um Sekunden auf der 115 Kilometer langen Schlussetappe von Paris-Nizza 2017 werden würde – und so kam es auch.

Wir suchten unser Glück auf der mit fünf Bergen gespickten Etappe in der Flucht, denn wenn Alberto Contador attakiert, wird es schwer dran zu bleiben. Unser portugisischer Meister José Mendes schaffte es in eine große Gruppe mit starken Bergfahrern, wurde dann leider doch etwas durchgereicht und letztlich als 27. ins Ziel. Auch Patrick Konrad schaffte es nicht, an den Besten zu bleiben, aber das wird sich in Zukunft bestimmt noch ändern. Als kleiner Trost durfte er sich als 26. der Gesamtwertung als beser Bora-hansgroße-Fahrer fühlen.

Tragische Kopie des Vorjahres

Contador fuhr ein tolles Rennen, aber es reichte wieder nicht, fast eine tragische Kopie des letzten Jahres, nur war es dieses mal Henao von Sky, der etwas wackelte, es aber trotzdem noch schaffte und sich den Gesamtsieg sicherte.

Für uns fällt die Bilanz gut aus. Ein Etappensieg von unserem Sprinter Sam Bennett, dazu haben Jan Barta und Patrick Konrad fleißig WorldTour-Punkte gehamstert. Emanuel Buchmann ist ja leider nach seinem Sturz auf der ersten Etappe ausgeschieden.

Erik Baska wurde nach dem fünten Teilstück aus Vorsichtsmaßnahme rausgenommen, weil er doch etwas angeknocked war. Zwei Mann sind am letzten Tag nach getaner Teamarbeit direkt ins Ziel gefahren und erhielten somit kein „Finisher-Shirt“.

Unseren Bora-hansgrohe-LKW mit dem Material mussten wir vor den Toren Nizzas aus Sicherheitsgründen parken und dann ging es auch ruckzuck und wir strömten in alle Himmelsrichtungen zu den nächsten Einsätzen. Für mich geht es in Belgien bei den Klassikern weiter.

Ciao bis bald mal an der Rennstrecke,

Salut Euer Jens


Jens Zemke (50) ist seit Beginn der Saison 2017 Sportlicher Leiter beim deutschen WorldTour-Rennstall Bora-hansgrohe. Für radsportkompakt.de berichtet der viermalige deutsche Bergmeister von den Erlebnissen seines Teams am bei Paris-Nizza.

Foto: Privat

Jens Zemke bei Twitter

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