Planänderung zu Gunsten der Herzensangelegenheit: Dumoulin fokussiert sich auf den Giro

Gefragter Mann: Sunweb-Kapitän Tom Dumoulin bei der Team-Vorstellung in Berlin - Foto: Christoph Sicars

Unfreiwillige Planänderung: Statt der Tour de France wird der Giro d’Italia für Tom Dumoulin zum erklärten Höhepunkt der Saison 2019. An den Start der Frankreich-Rundfahrt wird der Sunweb-Kapitän dennoch gehen. 

„Der Plan war eigentlich, nicht den Giro zu fahren, sondern dass ich mich voll auf die Tour der France konzentriere“, sagte der 28 Jahre alte Niederländer bei der Sunweb-Teamvorstellung im Umspannwerk in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. „Aufgrund des für mich besseren Kurses, werde ich mich in diesem Jahr vor allem auf den Giro fokussieren“, ergänzte Dumoulin. Für den Giro-Sieger des Jahres ist die Italien-Rundfahrt zugleich eine Herzensangelegenheit. „Mein Herz gehört definitiv mehr dem Giro als der Tour“, bekannte er.

„Es wird eine Herausforderung“

In der abgelaufenen Saison beendete Dumoulin sowohl den Giro als auch die Tour auf Platz zwei. Bei der Italien-Rundfahrt musste der Zeitfahr-Weltmeister von 2017 im letzten Jahr Christopher Froome den Vortritt lassen, in Frankreich dessen Sky-Teamkollegen Geraint Thomas. Auch in diesem Jahr wird sich Dumoulin der Doppelbelastung stellen – nur mit veränderten Prioritäten. „Meine Chancen den Giro zu gewinnen sind definitiv größer, als bei der Tour“, erklärte Dumoulin und sagte im Hinblick auf die Frankreich-Rundfahrt: „Es wird auf alle Fälle eine Herausforderung. Ich denke meine Chancen bei der Tour gut in Form zu sein, sind eher niedrig. Aber das dachte ich letztes Jahr und hoffe auch diesmal, mich selber wieder zu überraschen.“

Enttäuscht vom Tour-Parcous

Mit insgesamt fünf Bergankünfte, drei davon in über 2000 Metern Höhe, wartet die 106. Frankreich-Radrundfahrt 2019 auf – und lediglich 54 Zeitfahrkilometer. „Ich war schon ein wenig enttäuscht, als ich den Tour-Parcous gesehen habe“, bekannte Dumoulin Hingegen wartet der 102. Giro mit drei anspruchsvollen Zeitfahren auf. „Wir rechnen uns in Italien größere Chancen aus als bei der Tour de France“, sagte Sunweb-Teamchef Iwan Spekenbrink.

Doch auch das Unternehmen zweiter Giro-Sieg wird laut Dumoulin ein harter Weg. „Simon Yates hätte ja fast schon letztes Jahr gewonnen, dann unterliefen ihm ein paar Fehler in der letzten Woche. Ich vermute die möchte er nicht noch einmal machen. Er wird sicher ein großer Konkurrent sein“, sagte der Niederländer. Neben dem Briten vom Team Mitchelton-Scott sieht Dumoulin vor allem den italienischen Lokalmatador Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida) und den jungen Kolumbianer Egan Bernal vom Team Sky als größte Widersacher.

Hoffen auf neuen Sky-Sponsor

Folgen durch den Rückzug des britischen Sky-Konzerns bei der Mannschaft von Froome, Geraint, Bernal und Co. sieht Dumoulin kurzfristig nicht, mutmaßte aber: „Aber sollten sie für die kommende Saison keinen Sponsor finden, hätte das auf alle Fälle eine Auswirkung auf den ganzen Radsport. Es wäre sehr schlecht für den Radsport, wenn sie keinen Sponsor finden würden – ich hoffe sie finden noch einen.“

 

Fotos: Christoph Sicars

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