Nachfolge von Galionsfigur Vogel: BDR will „Last auf mehrere Schultern verteilen“

Fuhr beim Bahnrad-Weltcup gleich zweimal zu Silber: Emma Hinze - Foto: Christoph Sicars

Trotz des schmerzhaften Karriereendes von Galionsfigur Kristina Vogel ist dem Bund Deutscher Radfahrer nicht Bange im Hinblick auf die Bahnrad-WM 2019 im polnischen Pruszków und auf Olympia 2020 in Tokio.

Vollends zu ersetzen ist die seit ihrem schweren Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmte und im Rollstuhl sitzende zweimalige Olympiasiegerin und elfmalige Weltmeisterin Vogel beim BDR jedoch nicht. „Kristina ist eine absolute Ausnahmesportlerin, wie es sie nur einmal im Jahrhundert gibt. Sie ist nicht zu ersetzen“, sagte BDR-Sportdirektor Patrick Moster beim Heim-Weltcup am ersten Dezember-Wochenende in Berlin.

„Last auf mehrere Schultern verteilen“

„Aber wir müssen uns vor niemanden verstecken. Wir haben eine Reihe von Talenten, sodass wir die Last auf mehrere Schultern verteilen müssen. Wir können auch über 2020 hinaus entspannt in die Zukunft blicken“, ergänzte Moster und meinte damit neben Olympiasiegerin Miriam Welte (31) vor allem die zehn Jahre jüngere Emma Hinze.

Im Teamsprint musste Hinze mit Welte nur den russischen Europameisterinnen Anastasia Voinova und Daria Shmeleva den Vortritt lassen. Am Schlusstag sicherte sich Welte im 500-Meter-Zeitfahren Platz zwei. Mit Silber im Keirin-Sprint rundete die 21 Jahre alte Hinze zum Abschluss die Wettkämpfe ab. Neben dem Duo Welte/Hinze hat der BDR in Pauline Grabosch (20) und der erst 18-Jährige Lea Sophie Friedrich noch zwei weitere hoffnungsvolle Frauen im Sprintbereich in der Hinterhand.

„Kleine Baustelle“ bei den Männern

Nicht ganz so blendend sieht es momentan bei den Männern aus, auch wenn das Trio Timo Bichler und Stefan Bötticher im Teamsprint in Berlin immerhin Bronze einfahren konnten. „Wir haben zwar eine kleine Baustelle, aber die können wir sicherlich beheben“, sagte Moster, schob jedoch nach: „Wir sprechen hier von einer Momentaufnahme, aber man muss ja das Gesamtbild sehen. Wir haben mit Stefan Bötticher und Maximilian Levy zwei Fahrer, die überall in die Top acht fahren können.“

Doch Moster wollte das BDR-Abschneiden in der Hauptstadt auch weder über- noch unterbewerten und bilanzierte nach dem dritten von sechs Weltcups: „Berlin ist ein Schritt Richtung Tokio 2020. Wir haben das, was wir uns im Vorfeld vorgenommen haben, bestätigen können. Es gab keine großen Überraschungen – weder im Positiven, noch im Negativen.“

Die kommenden Bahnrad-Weltcups:

14. bis 16. Dezember 2018: London (Lee Valley Velodrome)

18. bis 20. Januar 2019: Cambridge (Avantidrome)

25. bis 27. Januar 2019: Hongkong (Hong Kong Velodrom)

Foto: Christoph Sicars

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