UCI-Präsident Lappartient: Urteil im Fall Froome vor Tour-Start unwahrscheinlich

Muss sich erklären: Tour- und Vuelta-Sieger Christopher Froome (Sky) - Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

Die Salbutamol-Affäre um den frischgebackenen Giro-Sieger Chris Froome (Sky) wird den Radsport-Weltverband UCI und seinen Präsidenten David Lappartient womöglich länger beschäftigen als ursprünglich angenommen.

„Mein Wunsch war es immer, dass es vor der Italien-Rundfahrt entschieden ist. Jetzt möchte ich, dass das vor der Tour de France geklärt ist. Aber wir müssen realistisch sein: Ich glaube nicht, dass das der Fall sein wird“, sagte Lappartient in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Parisien. Start der Frankreich-Rundfahrt ist am 7. Juli.

Bei Froome, der vor rund einer Woche den 101. Giro d’Italia gewann, war bei einer Kontrolle wenige Tage vor seinem Gesamtsieg bei der diesjährigen Spanien-Rundfahrt nach der 18. Etappe am 7. September eine erhöhte Menge des Asthma-Mittels Salbutamol festgestellt worden. Bis zu einem Grenzwert von 1000 Nanogramm pro Milliliter ist laut Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA gestattet, Froomes Wert lag jedoch bei 2000 Nanogramm pro Milliliter. Am 13. Dezember machte die UCI den Fall publik, nachdem zuvor  die französische Zeitung „Le Monde“ und der britische „The Guardian“ über das „von der Norm abweichenden Analyseergebnis“ berichtet hatten. Seitdem versucht Froome und sein Team-Sky den erhöhten Wert zu erklären.

Lappartient: „Keine Nachlässigkeit der UCI“

Das auch nach sechseinhalb Monaten immer noch kein Urteil gesprochen wurde, begründete Lappartient mit der Komplexität des Falles. „Dies ist keine Nachlässigkeit seitens der UCI. Wenn man 1.500 Seiten wissenschaftliche Berichte hat, muss man sie sorgfältig analysieren“, erklärte der 46 Jahre alte Franzose und ergänzte: „Und wir müssen das Verfahren respektieren, die Rechte von Chris Froome ebenso wie unsere. Und es dauert natürlich länger als erwartet.“

Das der viermalige Tour-Sieger trotz der ungelösten Causa weiter Rennen bestreitet, schmeckt Lappartient nicht wirklich, betont aber zugleich: „Mein Standpunkt war immer, dass es das Beste wäre, wenn er nicht an Wettbewerben teilnehmen würde. Es würde die Dinge beruhigen und er könnte sich auf seine Verteidigung konzentrieren. Er hat sich anders entschieden. Wir respektieren sein Recht.“

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

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