UCI-Präsident Lappartient: „Keine Sonderbehandlung für Froome“

Vorgänger und Nachfolger: Der scheidende UCI-Präsident Brian Cookson (li.) und der neue Amtsinhaber David Lappartient - Foto: SWpix / UCI

Im Salbutamol-Fall um Tour-de-France- und Vuelta-Sieger Christopher Froome (Sky) hat sich nun auch David Lappartient, Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, zur Wort gemeldet und Position bezogen.

„Es gibt keine Spezialbehandlung für ihn, selbst wenn das manche Fahrer behaupten. Salbutamol gehört zu den Mitteln, die in begrenzter Dosis erlaubt sind. Eine sofortige Suspendierung würde den geltenden Regeln widersprechen“, sagte der 44 Jahre alte Franzose in einem Interview mit der „Neue Zürcher Zeitung.

„Froome ist kein Fahrer wie jeder andere“

„Froome ist kein Fahrer wie jeder andere. Er hat mehr Geld. Er kann mehr Experten aufbringen, die sich in seinem Sinne äußern. Er kann mehr entlastende Dokumente vorlegen“, erklärte Lappartient auf die Frage, wieso es drei Monate nach Bekanntwerden des erhöhten Salbutamol-Wert Froomes noch kein Urteil in dem Fall gebe. „Wir können die Aussagen nicht einfach vom Tisch wischen. Es gilt, den Fall schnell zu lösen, aber die Rechte des Fahrers zu wahren“, ergänzte der UCI-Präsident. Vor dem Start des 101. Giro d’Italia (4. bis 27. Mai) in Jerusalem soll der Fall laut Lappartient jedoch geklärt sein.

Bei Froome war bei einer Kontrolle wenige Tage vor seinem Gesamtsieg bei der letztjährigen Spanien-Rundfahrt nach der 18. Etappe am 7. September 2017 eine erhöhte Menge des Asthma-Mittels Salbutamol festgestellt worden. Am 13. Dezember machte die UCI den Fall publik, nachdem zuvor  die französische Zeitung „Le Monde“ und der britische „The Guardian“ über das „von der Norm abweichenden Analyseergebnis“ berichtet hatten.

Nierenfehlfunktion als Argumentation für erhöhten Wert?

Weil Froome britischer Sky-Rennstall jedoch nicht der Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport (Mouvement Pour un Cyclisme Crédible, kurz MPCC) angehört, wurde der vierfache Tour-Sieger von Sky nach Bekanntwerden des auffälligen Wertes nicht entgegen der MPCC-Regularien suspendiert. Kurz vor Weihnachten forderte die MPCC Sky zu diesem Schritt auf – bis dato erfolglos. „Es wäre gut, wenn auch Sky MPCC-Mitglied wäre. Dann hätte es Froome suspendiert. Aber das ist Sache der Teams“, meinte Lappartient, der im September vergangenen Jahres zum Nachfolger des Briten Brian Cookson gewählt wurde.

Zuletzt berichtete die französische Sport-Tageszeitung L’Equipe, dass Froome und sein Verteidiger Mike Morgan offenbar eine Nierenfehlfunktion anführen wollen, um den zu hohen Wert zu erklären. Morgan vertrat bereits unter anderem Alberto Contador in dessen Clenbuterol-Fall, den einstigen Armstrong-Mentor Johan Bruyneel und Tennisspielerin Maria Scharapowa.

Rasmussen sarkastisch

„Es ist unglaublich, wie viele verschiedene Krankheiten Chris Froome im Laufe seines Lebens hatte und dabei immer der beste Grand-Tour-Fahrer der Welt ist. Ohne seine gesundheitlichen Probleme wäre er wohl einen Tag vor allen anderen auf dem Podium in Paris gewesen“, twitterte daraufin der bekennende Ex-Doper Michael Rasmussen sarkastisch.

Foto: SWpix / UCI

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