„Unglücklicher Rennunfall“: Sagan und UCI legen Streit außergerichtlich bei

Hat seinen Streit mit der UCI beigelegt: Dreifach-Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) - Foto: © BORA-hansgrohe / Stiehl Photograph

Clinch beendet: Noch vor der eigentlich für den heutigen 5. Dezember angesetzten Verhandlung vor dem Internationalen Gerichtshof CAS in Lausanne haben der Radsport-Weltverband UCI und Peter Sagan (Bora-hansgrohe) ihren Streit um den Tour-de-France-Ausschluss des dreimaligen Weltmeisters beigelegt.

Wie Sagans Bora-hansgrohe-Rennstall und die UCI unisono mitteilten, werde nach Sichtung aller im Rahmen des Verfahrens vor dem CAS eingebrachter Beweise, vor allem „detaillierte Videoanalysen“, die Disqualifikation Sagans nach der 4. Etappe anders als bisher als „unglücklicher Rennunfall“ bewertet.

UCI kündigt Einsatz eines „Support Commissaire“ an

„Dieser Fall hat gezeigt, wie wichtig und schwierig die Arbeit der UCI-Kommissäre ist. Daher möchte die UCI ab der kommenden Saison einen ‚Support Commissaire‘, mit spezieller Expertise bei der Videoanalyse, als Unterstützung der Jury bei den wichtigsten UCI WorldTour Rennen einsetzen“, kündigte der neue UCI-Präsident David Lappartient als Konsequenz auf den Vorfall an.

Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk zeigte sich erleichtert über die außergerichtliche Einigung. „Es war immer unser Ziel zu zeigen, dass Peter den Sturz von Mark Cavendish nicht verursacht hat. Das war Peters Position vom ersten Augenblick an. Niemand möchte, dass Fahrer stürzen oder sich verletzen, aber das in Vittel, das war ein Rennunfall, wie er in einem Sprint immer passieren kann. Mein Job als Team-Manager ist es meine Fahrer und Sponsoren zu beschützen, und ich denke, genau das haben wir als Team getan. Ich wurde in meiner Sichtweise bestätigt, dass weder Peter noch BORA–hansgrohe einen Fehler begangen haben“, konstatierte der 44-Jährige.

Sagan: „Vergangenheit ist bereits vergessen“

„Die Vergangenheit ist bereits vergessen. Es geht darum, unseren Sport in Zukunft besser zu machen. Ich begrüße, dass mein Fall gezeigt hat, wie schwierig die Arbeit der Kommissäre ist, und die UCI Handlungsbedarf erkannt hat“, meinte indes der 27 Jahre alte Slowake Sagan und ergänzte: „Es ist schön zu sehen, dass es nun positive Entwicklungen gibt, denn für unseren Sport sind faire und nachvollziehbare Entscheidungen sehr wichtig, auch wenn die Emotionen einmal hochgehen.

Sagan hatte den Briten Mark Cavendish (Dimension Data) im Etappenfinale in Vittel rund 400 Meter vor dem Ziel mit einem vermeintlich ausgefahrenen Ellbogen gegen die Absperrung gedrückt und einen Sturz ausgelöst. Cavendish zog sich dabei einen Bruch des rechten Schulterblatts zu und musste das Rennen beenden. Jedoch hatte sich Cavendish auf einem sehr schmalen Stück zwischen Sagan und den Absperrgitter an dem Slowaken vorbeischlängeln wollen, so dass Sagans Ellenbogenbewegung nach Sichtung genauerer Videoaufzeichnungen nicht unbedingt als Absicht ausgelegt werden musste.

Dimension Data fordert „detailliertere Erklärung“

Wenige Stunden nach Bekanntwerden der außergerichtlichen Einigung kritisierte indes Cavendishs Team Dimension Data die Vorgehensweise der UCI und forderte den Weltverband zu einer „detaillierteren Erklärung“ auf. „Nach der heutigen Ankündigung scheint es (jedoch) so zu sein, dass die Untersuchung auch die Überprüfung des eigentlichen Rennereignisses beinhaltete. Da wir das Team mit dem Fahrer sind, der letztendlich am meisten unter diesem Vorfall gelitten hat, waren wir überrascht, dass wir nicht einbezogen wurden, um unsere Einsichten in die Untersuchung einzubringen“, teilte Teamchef Douglas Ryder in einer Pressemeldung des südafrikanischen Rennstalls mit.

 

Foto: © BORA-hansgrohe / Stiehl Photograph

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