„Es war ein großartiges Jahr“: Kittel erreicht 2018 fast jedes Ziel

Fährt ab der Saison 2018 für das Team Katusha-Alpecin: Marcel Kittel (Quick-Step Floors) - Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.

Trotz seinem Aus im Grünen Trikot bei der diesjährigen Tour de France zieht Marcel Kittel (Quick-Step Floors) ein äußerst positives Saisonfazit und blickt nach seinem Wechsel zu Katusha-Alpecin kämpferisch dem Jahr 2018 entgegen.

„Ich denke, es war ein großartiges Jahr. Ich habe fast jedes Ziel erreicht, das ich mir gesetzt hatte“, sagte der 29 Jahre alte Arnstädter in der Dezember-Ausgabe von ProCycling (vorab veröffentlicht auf cyclingnews.com). „Der einzige Rückschlag war Paris-Nizza, wo ich eine Etappe gewinnen wollte“, ergänzte Kittel, der fünf seiner insgesamt 14. Saisonsiege bei der Tour de France einfahren konnte.

„Fünf Siege in elf Tagen – das ist ja nicht so schlecht“, bilanzierte der in Kreuzlingen am Bodensee lebende Wahl-Schweizer. Mit insgesamt 14 Tour-Tageserfolgen konnte Kittel bei der 104. Frankreich-Rundfahrt zum alleinigen deutschen Rekordhalter vor Erik Zabel aufsteigen. In der Punktewertung im Kampf um das Grüne Trikot führte Kittel mit 373 gegenüber 344 Punkten vor dem zweifachen Etappensieger Michael Matthews (Sunweb) aus Australien. Dann kam auf der 18. Etappe nach einem Sturz das Aus.

„Mein Körper war am Limit“

Doch bereits zuvor hatte der gebürtige Thüringer mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. „Ich hatte Magenprobleme nach der 11. Etappe. Das brauchte etwas Energie, aber ich habe mich erholt“, sagte Kittel und schob nach: „Dann bekam ich eine Erkältung, was normal ist – wenn du nichts essen kannst, wird dein Körper schwach, dein Immunsystem wird schwach und du erkältest dich. Danach bin ich abgestürzt. Mein Körper war am Limit.“ Der verpassten Chance auf den erstmaligen Gewinn des Grünen Trikot trauerte Kittel nur bedingt nach.

Nach dem Ausschluss des zuvor fünfmaligen Gewinners Peter Sagan (Bora-hansgrohe) nach dem vierten Tagesabschnitt kam Kittel eher zufällig in das Trikot des besten Sprinters. „Das Grüne Trikot kam, ohne anvisiert gewesen zu sein“, bekannte Kittel und ergänzte: „Ich würde nie bei der Tour an den Start gehen und sagen, ich versuche es nicht, denn eine Chance besteht immer. Aber selbst wenn die Situation ist wie in diesem Jahr, versuche ich nicht zuviel Druck aufzubauen. Vielleicht lenkt es sich von meinem eigentlichen Ziel ab, nämlich zu Etappen gewinnen.“

Selbstbewusst zu Katusha-Alpecin

Ab der kommenden Saison wird Kittel nach zwei Jahren bei Quick-Step im Trikot von Katusha-Alpecin um Siege sprinten und folgt damit seinem Landsmann und Freund Tony Martin, der ein Jahr zuvor den gleichen Wechsel vollzog. „Ich musste mich entscheiden. Ich bin dankbar für meine Zeit mit Quick-Step – sie brachten mich dorthin zurück, wo ich ursprünglich herkam und wieder hin wollte“, erklärte und kündigte selbstbewusst an: „Ich bin überzeugt, dass ich in guter Form jeden schlagen kann. Ich habe vor niemand Angst.“

Einer seiner neuer Konkurrenten wird dann Fernando Gaviria sein. Der 23 Jahre alte Kolumbianer, der in diesem Jahr vier Etappen und die Punktewertung beim Giro d’Italia gewann, sprintete wie Kittel zu 14 Saisonsiegen und wird bei Quick-Step Floors zum neuen Sprintkapitän aufrücken. „Es war klar, dass Fernando im Team bleiben würde. Ich bin über niemanden verärgert, aber ich habe nur eine bestimmte Zeit auf dem Rad und möchte es nicht vergeuden, meine Chancen für den Start der Tour zu diskutieren“, befand Kittel.

Erfolgsformel: Hohe Wattwerte über längeren Zeitraum

Kittels Erfolgsformel, mit der er Gaviria und Co. auch 2018 das Hinterrad zeigen möchte: „Ich kann hohe Wattwerte produzieren und das über einen längeren Zeitraum. Ich bin nicht einfach sehr explosiv, sondern kann meine Geschwindigkeit halten. Ich denke, dass das mein Hauptvorteil ist.

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

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