Motor-Doping-Vorwürfe: Cancellara-Anwälte fordern Verkaufsstopp von Gaimon-Buch

Sieht sich erneut Betrugsvorwürfen ausgesetzt: Ex-Profi Fabian Cancellara - Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

Zuviel des Guten: Ex-Profi Fabian Cancellara geht nach den neuerlichen Motor-Doping-Anschuldigungen durch den ebenfalls nicht mehr aktiven Phil Gaimon in die Offensive und fordert durch seine Anwälte ein Verkaufstopp von dessen Buch.

„Unsere Anwälte fordern vom amerikanischen Verlag Penguin Random House einen sofortigen Buchstopp und vom Autor Phil Gaimon eine Entschuldigung“, sagte Cancellaras Manager Armin Meier dem Schweizer Boulevardblatt Blick. Gaimon hatte in seinem Buch „Draft Animals: Living the Pro Cycling Dream (Zugtiere: Den Radprofi-Traum leben)“ Cancellara bezichtigt, seine Siege bei den Frühjahrs-Klassikern und Radsport-Monumenten Mailand – Sanremo 2008 sowie bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix 2010 mit einem Motor in seinem Rad errungen zu haben.

„Beschleunigungen sahen unnatürlich aus“

„Seine Beschleunigungen sahen unnatürlich aus, und er hatte Schwierigkeiten, auf den Pedalen zu bleiben. Dieses Arschloch („fucker“) hatte möglicherweise einen Motor“, heißt es unter anderem in einem Buchauszug des 31 Jahre alten US-Amerikaners Gaimons, der zuletzt bei Cannondale-Drapac unter Vertrag stand und seine Laufbahn wie Cancellara im Jahr 2016 beendete.

Auch der Radsport-Weltverband UCI wird sich mit den neuerlichen Anschuldigungen gegen den vierfahren Zeitfahr-Weltmeister und zweifachen Olympiasieger Cancellara auseinander setzen. „Natürlich habe ich die Gerüchte gehört. Und ich will es genau wissen. Also werden wir der Sache nachgehen, das ist unser Job“, erklärte der neue UCI-Präsident David Lappartient gegenüber cyclingnews.com.

„Ich stehe zu meiner Meinung. Und jeder, der das Buch tatsächlich öffnet, weiß, dass das, was ich gesagt habe, weit von einer Anklage entfernt ist“, schrieb indes Gaimon auf einem Statement zu seinem Buch auf seiner Webeite.

Rückendeckung von Ex-Saxo-Bank-Mechaniker

Rückendeckung erhielt Cancellara indes von Rune Kristensen, der 2010 beim dänischen Team Saxo Bank für Cancellaras Räder verantwortlich war. „Es ist schlichtweg unmöglich, mit einem Elektromotor zu betrügen. Hätte es einen Motor in einem Velo gegeben, so hätte ich das entdeckt“, erklärte Kristensen ekstrabladet.dk. „Fabians Bikes wurden wie alle anderen behandelt. Es ist also unmöglich, dass etwas darin hätte versteckt werden können“, ergänzte der mittlerweile beim belgischen Quick-Step-Floors-Rennstall tätige Kristensen.

Vorwürfe nicht neu

Der 36 Jahre alte Cancellara, der vor kurzem seinen ersten Triathlon bestritt, wird nicht das erst Mal mit Vorwürfen elektronischen Dopings konfrontiert. Im Jahr 2010 hatte der italienische Ex-Profi und heutige TV-Kommentator Davide Cassani in einem Youtube-Video die Funktion eines mit einem versteckten Elektromotor betriebenen Rades beschrieben und spekuliert, Cancellara könnte bei seinen Siegen bei der Flandern-Rundfahrt und bei Paris-Roubaix einen Motor in seinem Fahrrad gehabt haben. „Das ist absoluter Schwachsinn – mein Motor ist mein Körper“, wies Cancellara schon damals alle Vorwürfe vehement zurück.

Youtube-Vidoe von Davide Cassani 2010

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

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