Strecke zu kurz, Schlussanstieg, Radwechsel: Titelverteidiger Martin hat WM-Bronze als Ziel

Schaut dem WM-Einzelzeitfahren im norwegischen Bergen nicht sonderlich optimistisch entgegen: Titelverteidiger Tony Martin - Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

Bescheidener Titelverteidiger: Tony Martin ist nicht sonderlich optimistisch, bei der WM im norwegischen Bergen seinen fünften Titel im Einzelzeitfahren ergattern zu können.

„Das Finale des Parcours ist viel zu hart für mich. Ich werde der scheidende Weltmeister sein, werde aber wie immer alles geben und hart kämpfen. Aber ich weiß, dass ich sehr wenig habe Chance auf Erfolg“, sagte der 32 Jahre alte Cottbuser nach der Besichtigung des nur 31 Kilometer langen Kurses.

„Form ist super“ – Kurs zu kurz und steil?

Und das, obwohl sich Martin rechtzeitig zu den Titelkämpfen in Idealform wähnt. „Meine Form ist super. Ich fühle mich zum ersten Mal richtig fit in dieser Saison. Und ich würde sogar sagen, dass ich mit solchen Beinen schon Weltmeister geworden bin“, meinte der Wahlschweizer.

Neben der Länge („Für eine WM unwürdig“) stimmt Martin im Hinblick auf den Mittwoch (ab 13:00 Uhr live bei Eurosport) vor allem der 3,4 Kilometer lange Schlussanstieg und durchschnittlich 9,1 Prozent steile Mount Fløyen eher pessimistisch auf dem Weg zum fünften WM-Gold im Kampf gegen die Uhr nach 2016, 2013, 2012 und 2011.

Unverständnis wegen Wechselzone

Weiter stößt dem Katusha-Alpecin bitter auf, dass der Radsport-Weltverband UCI den Fahrern erlaubt, vor dem Schlussanstieg in einer Wechselzone von der Zeitfahrmaschine auf ein normales Straßenrad umzusteigen. „Ich bin super enttäuscht und verstehe nicht, wieso man den Fahrern erlaubt die Räder zu wechseln. Damit haben die Kletterer einen Vorteil“, beklagte Martin und meinte: „Radwechsel, Zeitverlust, Rhythmuswechsel, andere Sitzposition – das sind mir zu viele Negativaspekte.“

Favoriten auf das Regenbogentrikot sind für den Noch-Titelträger somit der britische Tour- und Vuelta-Sieger Christopher Froome sowie der niederländische Giro-Sieger Tom Dumoulin. Martin selber, der bis zum Schlussanstieg möglichst die Bestzeit haben möchte, gab demütig Bronze als sein WM-Ziel aus.

Der WM-Zeitplan im Überblick

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

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