Google Maps lotst Arndt fast zum Sieg in Salon-de-Provence

Fuhr nur knapp an einem ersten Tour-Etappensieg vorbei: Nikias Arndt (Sunweb) - Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

Nur knapp fährt Nikias Arndt auf der 19. Etappe am fünften Tagessieg des Teams Sunweb bei der 104. Tour de France vorbei – gibt sich aber trotz der verpassten Coups und anfänglicher Enttäuschung als fairer Verlierer und erntet ein dickes Lob seiner Teamleitung.

„Ein weinendes und ein lachendes Auge“, bilanzierte der 25 Jahre alte Buchholzer beim Ausfahren nach seinem zweiten Platz hinter dem Norweger Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) gegenüber den deutschen Journalisten. „Es klingt hart, aber im Radsport zählt nun mal nur der Sieg, daher überwiegt gerade die Enttäuschung. Boasson Hagen war heute super stark, daher muss man das auch irgendwie anerkennen“, ergänzte Tour-Debütant Arndt, der bereits im Vorjahr eine Etappe beim Giro d’Italia gewinnen konnte.

Google Maps ebnet fast den Weg zum Sieg

Drei Kilometer vor dem Ziel wählten Arndt und Boasson Hagen im Zielort Salon-de-Provence beim vorletzten Kreisverkehr den rechten statt wie die übrigen sieben Fahrer der Spitzengruppe den rechten Weg. Auf Google Maps hatten sich Arndt und seine Teamleitung vor der Etappe über diesen Vorteil informiert. „Da kann man von besserer Vorbereitung gesprochen“, meinte Arndt, der letztlich fünf Sekunden nach Boasson Hagen über den Zielstrich rollte..

Den dritten Tour-Etappenerfolg des 30-jährigen Norwegers musste der Sunweb-Profi trotz aller Enttäuschung dennoch neidlos anerkennen. „Für mich war klar, dass ich keinen Sprint mit Boasson Hagen will, weil ich wusste, dass er einer der Fahrer ist, die mich im Sprint schlagen können. Aber er hat dann so einen Antritt gehabt, super stark“, konstatiert Arndt. Am Vortag hatten die Sunweb-Teamleitung sowie Sprint-Kapitän Michael Matthews das „OK“ gegeben, in die Fluchtgruppe des Tages zu gehen. „Das war für mich eine Riesenanerkennung, dass mich mein Team so unterstützt hat“, erklärte Arndt.

„Großartige Etappe von Nikias“

Auch wenn es letztlich nicht zum fünften Tageserfolg von Sunweb bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt reichte, erntet Arndt ein dickes Lob seines Teams. „Das war heute eine großartige Etappe von Nikias. Wir wussten, dass es eine ernsthafte Chance für die Ausreißer bis in Ziel gab und wir wussten, dass Nikias die Anstiege meistern kann – er war der perfekte Mann für heute“, sagte der Sportliche Leiter Aike Visbeek und ergänzte: „Nachdem er sich in den vergangenen Wochen ganz den Zielen des Teams untergeordnet hat, ist es natürlich schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. Aber er fuhr eine brillante Etappe, ein tolles Finale und wir können stolz auf das Ergebnis sein.“

Foto: Christopher Jobb / www.christopherjobb.de

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