„Wollte nicht aufgeben“: Kittel nach Tour-Aus enttäuscht und stolz zugleich

Ende in Grün: Marcel Kittel (Quick-Step Floors) wird die Tour de France 2017 nicht in Paris beenden - Foto: © Tim De Waele / Quick-Step Floors Cycling

Nach dem geplatzten Traum vom Grünen Trikot auf dem Abschlusspodium der 104. Tour de France in Paris fiel es Marcel Kittel (Quick-Step Floors) trotz seiner fünf Etappensiege schwer, seine Enttäuschung über das Tour-Aus zu verbergen.

„Ich weiß nicht wirklich, wie ich meine Gefühle beschreiben soll. Es ist eine Riesenenttäuschung“, sagte der 29 Jahre alte Arnstädter wenige Stunden nach seiner Aufgabe am Col de la Croix de Fer, wo der Träger des Grünen Trikots gezeichnet von seinen Sturzfolgen die Frankreich-Rundfahrt 2017 auf der 17. Etappe aufgeben musste.

„Hatte keine Chance zu reagieren“

Wie es zu dem verhängnisvollen Sturz nach rund 18 von 183 Kilometern kam, kann Kittel nur noch schemenhaft rekonstruieren. „Ich weiß nur noch, dass ich auf einmal ein Hinterrad vor mir stehen hatte und ich drüber gefahren bin. Das ging alles so schnell, da hatte ich keine Chance zu reagieren“, erklärte der Thüringer.

Zwar setzte sich der 14-malige Tour-Etappensieger mit zerfetzten Trikot und blutenden Knien noch einmal auf sein Rad, um sich in Begleitung seine beiden Teamkollegen Julien Vermote und Fabio Sabatini noch heranzukämpfen, doch noch vier ausstehende Anstiege, darunter mit dem Col de la Croix de Fer und dem Col du Galibier zwei Berge der Hors Categorie, waren zuviel für den Quick-Step-Floors-Kapitän.

„Wollte nicht aufgeben“

„Ich wollte nicht aufgeben im Grünen Trikot und wollte schon noch sehen, dass ich vielleicht die zweite Luft kriege und ich mich durchquälen kann bis ins Ziel“, bekannte Kittel, musste aber zusätzlich durch Magenprobleme in der zweiten Tour-Woche geschwächt kapitulieren und meinte: „Aber die Prellung am Gesäß und in der Schulter waren zu schmerzhaft, um das Rennen fortsetzen zu können.“

Trotz aller Enttäuschung richtete Kittel den Kopf aber wieder nach oben und bilanzierte auf seiner Facebook-Seite: „Ich bin untröstlich über die Aufgabe, das Grüne Trikot nicht nach Hause bringen und in Paris nicht um den Sieg sprinten zu können. ABER: Fünf Siege bleiben. Wahnsinn! Ich bin stolz auf das, was wir als Team erreicht haben und was ich persönlich vollbracht habe.“ Auch die Anerkennung seines deutschen Konkurrenten André Greipel (Lotto Soudal) ließ nicht lange auf sich warten.

„Großartiger Fahrer“: Greipel huldigt Kittel

„Ein großartiger Fahrer und Mensch Marcel Kittel muss auf traurigem Wege die Tour verlassen…Danke für das Hochhalten der deutschen Flagge, Partner“, twitterte der 35 Jahre Rostocker, der bei der diesjährigen „Großen Schleife“ bis dato leer ausging – was sich auf der Schlussetappe in Paris jedoch ändern soll. „Danke Digga! #parisruft“, antwortete Kittel vielsagend über seinen Twitter-Kanal.

Foto: © Tim De Waele / Quick-Step Floors Cycling

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