Katerstimmung nach der Königsetappe bei Bora-hansgrohe

Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe) quält sich ins Ziel der 9. Etappe der Tour de France 2017 - Foto: © BORA-hansgrohe / Stiehl Photography

Katerstimmung nach der Königsetappe: Wohl anders als erhofft verlief auch für das deutsche Bora-hansgrohe-Team die ereignisreiche und von Stürzen überschattete 9. Etappe der 104. Tour de France – wie die Rundfahrt insgesamt.

Konnte sich noch am Vortag Emanuel Buchmann noch virtuell kurze Zeit im Gelben Trikot des Gesamtführenden wähnen, lief am Folgetag für das mit großen Ambitionen an den Start der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt gereisten Team aus dem oberbayerischen Raubling so ziemlich alles schief.

Dass Buchmann die mit sieben Bergwertungen gespickte 181,5 Kilometer lange Etappe mit 7:13 Minuten Rückstand auf den kolumbianischen Tagessieger Rigoberto Uran (Cannondale-Drapac) beendete, war dabei noch das kleinere Übel. Vor allem der schwere Sturz von Kapitän Rafal Majka in der Abfahrt vom Col de Bich setzte Bora-hansgrohe schwer zu. Zu allem Übel fiel Juraj Sagan, Bruder des nach der 4. Etappe von der Tour ausgeschlossenen Weltmeisters Peter Sagan, aus dem Zeitlimit und muss das Rennen vor dem ersten Ruhetag ebenfalls beenden.

Buchmann: „Lief heute nicht gut für uns“

„Für das Team lief es heute nicht gut. Vor allem durch den Sturz von Rafal Majka. Ich denke, das war es für ihn mit der Gesamtwertung“, sagte Buchmann nach der Zieldurchfahrt in Chambéry. „Heute war nicht mein bester Tag, ich war auch noch etwas müde von gestern und habe einige Minuten verloren, aber das gibt mir vielleicht auch mehr Freiheiten, um noch einmal etwas zu probieren“, konstatierte der 24 Jahre alte Ravensburger selbstkritisch und gezeichnet von den Strapazen.

„Als Rafa zu Boden ging, habe ich kurz gewartet und wollte wissen, wie es ihm geht. Als ich wieder auf dem Rad war, musste ich eine Menge Energie investieren, um wieder zu Froome aufzuschließen. Am Mont du Chat hatte ich dann einfach keine Kraft mehr und bin von unten weg mein Tempo gefahren“, ergänzte Buchmann, der in der Gesamtwertung von Platz 14 auf 18 zurückfiel und in der Nachwuchswertung mit 6:44 Minuten Rückstand auf den führenden Briten Simon Yates (Orica-Scott) auf Rang vier rangiert.

Poitschke: „Ist wohl einfach nicht unsere Tour“

Die Einschätzung des Deutschen Meisters von 2015 teilte auch Enrio Poitscheke. „Was soll man nach so einem Tag sagen, das ist wohl einfach nicht unsere Tour. Wir müssen jetzt einmal abwarten was die Untersuchungen bei Rafal ergeben, dann werden wir entscheiden, wie es weitergeht“, meinte der Bora-hansgrohe-Sportdirektor ziemlich ernüchtert. Der 27-jährige Pole erreichte an der Seite seines Landsmanns Michal Kwiatkowski (Sky) mit mehr als 36 Minuten Rückstand das Tagesziel und wurde anschließend zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus von Chambéry gebracht.

Über die Weiterfahrt des zweimaligen Gewinners der Bergtrikots wird am heutigen ersten Ruhetag in Dordogne entschieden. Zumindest den Etappensieg durch Weltmeister Sagan auf der dritten Etappe in Longwy, dem ersten der Teamgeschichte, kann dem Team keiner mehr nehmen.

Foto: © BORA-hansgrohe / Stiehl Photography

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