Jens Zemkes Paris-Nizza-Tagebuch: Wo bleibt der Frühling?

Jens Zemke vom Team Bora-hansgroheBegonnen habe ich die heutige Team-Besprechung mit den Worten: „es gibt Etappen, die man nie vergisst“.

Als ich meine erste Amateur-Rundfahrt vor mehr als 30 Jahren bei der Tour de Loire et Cher gefahren bin, hatten wir in der gleichen Gegend die gleichen Wetterbedingungen und ich kann mich heute noch sehr gut daran erinnern.

Messe füh gelesen

Nach nur zehn Kilometern war die Messe gelesen, denn wir fuhren aus dem Startort hinaus und der Feld selektierte sich in unzählige Gruppen im Seitenwind bei drei Grad Celsius und Dauerregen. Wo bitte bleibt der Frühling???

Waren es gestern noch 149 Kilometer, so hatten die Rennfahrer heute 195 vor den Füßen. Aber wir haben es besser gemacht und Sam Bennett war in der ersten Gruppe, dahinter mit Michael Kolar ein weiterer Bora-hansgrohe-Fahrer. Beide hatten mal einen Reifenschaden, beide waren völlig am Limit, aber wir sind um den Sieg gesprintet.

Krämpfe bei Sam

Sam konnte letztendlich nicht mehr aus dem Sattel gehen, da er sofort Krämpfe bekam, aber ein elfter Platz ist „nur“ fünf bis zehn Meter hinter dem Tagessieger Sonny Colbrelli und dem Zweiten John Degenkolb.

Emu Buchmann ist nach dem Sturz von gestern schon wieder zuhause und soll eine Woche pausieren, bis die Knieverletzung wieder verheilt ist. Er wird sich Paris-Nizza bestimmt vorm Fernseher mit einer heißen Schokolade und ein paar Plätzchen anschauen. Gute Besserung!

Au revoir,

Euer Jens


Jens Zemke (50) ist seit Beginn der Saison 2017 Sportlicher Leiter beim deutschen WorldTour-Rennstall Bora-hansgrohe. Für radsportkompakt.de berichtet der viermalige deutsche Bergmeister von den Erlebnissen seines Teams am bei Paris-Nizza.

Foto: Privat

Jens Zemke bei Twitter

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