Tour-Debütant Emanuel Buchmann klettert in den Pyrenäen ins Rampenlicht

Tour de France 2015 - 102a Edizione - 11a tappa Pau - Cauterets 188 km - 15/07/2015 - Emanuel Buchmann (Bora - Argon 18) - foto Luca Bettini/BettiniPhoto©2015

Mit seinem dritten Platz auf der 11. Etappe hat Emanuel Buchmann (Bora-Argon18) der 102. Tour de France einen gewaltigen deutschen Farbtupfer verpasst.

Angelehnt an ein Absperrgitter saß Emanuel Buchmann (Bora-Argon18) völlig ausgepumpt im Tagesziel im Pyrenäendorf Cauterets und beantwortete fast schon schüchtern die ersten Fragen der wissbegierigen Reporter. Insgesamt 108 Kilometer hatte der seit dem letzten Juni-Wochenende im Trikot des deutschen Meisters fahrende 22 Jahre Ravensburger zuvor als Ausreißer verbracht – und sich letztlich mit Platz drei in der Tageswertung belohnt.

Kaputt aber glücklich

„Ich bin richtig glücklich mit dem dritten Platz aber auch völlig kaputt. Das war eine super harte Etappe. Den ganzen Tag in der Spitzengruppe. Umso schöner das der dritte Platz dabei für mich herausgesprungen ist“, kommentierte Buchmann, Neoprofi und viertjüngster Fahrer im Tour-Peleton, seinen Coup im Anschluss an die mit sechs Bergwertungen garnierten Tagesabschnitt. „Er hat bei der Tour absoluten Welpenschutz“, hatte sein Team-Chef Ralph Denk im Anschluss an seinen Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft in Bensheim gesagt.

„Ich bin einfach meinen eigenen Rhythmus gefahren und das ging richtig gut. Heute hatten wir alle freie Fahrt und durften versuchen, in die Gruppe zu gehen. Und wir haben es alle versucht. Nach einem langen Kampf habe ich es dann geschafft“, erzählte er weiter, bevor er von einem Betreuer seines Teams Bora-Argon18 auf die Beine verholfen bekam,

Freie Fahrt nach Nerz‘ Ausfall

Ausgerechnet der Ausfall seines Kapitäns Dominik Nerz hatte Buchmann die Möglichkeit zu seiner Flucht begünstigt. „Nach dem Ausfall von Dominik müssen wir uns neue Ziele setzen. Wir haben heute gleich die Taktik umgestellt und den Fahrern freie Fahrt gegeben“, erklärte Sport-Direktor Enrico Poitschke. „Emanuel ist einfach ein beeindruckendes Rennen gefahren. Er ist heute sicher ans Limit gegangen, aber das muss man auch, wenn man bei so einer schweren Tour-Etappe Dritter werden will.“

Großes Ziel Etappensieg

Der Erfolg des jungen Mannes vom Bodensee soll dem ganzen Team Auftrieb für die anstehenden Aufgaben in Frankreich verleihen. „Ich glaube, dass er es für die kommenden Tage gut wegstecken und regenerieren wird. Das ist ein ganz toller Erfolg für ihn und uns als Team. Jetzt werden wir alles versuchen, das große Ziel des Etappensieges zu erreichen“, meinte Poitschke weiter.

Auch bei Paul Martens aus dem niederländischen Team Lotto NL-Jumbo sorgter Buchmanns Auftritt für Begeisterung. „Wir haben einen neuen Kletterer in Deutschland“, twitterte der 30 Jahre alte Rostocker, der wie sein acht Jahre jüngerer Kollege seine erste Frankeich-Rundfahrt bestreitet.

Foto: Bora-Argon18 / Bettini

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